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16 | 08 | 2017
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Myofasziale Triggerpunkttherapie
"Trigger" – Auslöser für Schmerz und Bewegungseinschränkung

Der Stütz- und Bewegungsapparat ist laut Irwin Korr (1970), dem bedeutendsten osteopathischen Forscher unsere "primäre Lebensmaschine". Er ermöglicht es uns auf vielfältige Art und Weise, die Aufgaben des täglichen Lebens zu meistern. Der größte Teil unserer Körperenergie wird für den Bewegungsapparat benötigt. Es ist der Körperbereich, von dem die meisten Schmerzen, Beschwerden und Behinderungen ausgehen (>80%). Viele Menschen leiden – oft unerkannt – unter myofaszialen Syndromen (Hypertonus, Tender- oder Triggerpunkte). Auslöser für solche Veränderungen im Muskel-Skelett-System sind häufig:

  • Überlastung (akut / chronisch), Traumata
  • Fehlbelastung (z.B. echte oder funktionelle Skoliosen)
  • Emotionaler Stress durch Beruf, Familie, Freizeit

Durch das Bemühen des Körpers sich anzupassen bzw. zu kompensieren, können einzelne Körperregionen so weit verändert werden, dass es zu strukturellen und letztlich zu pathologischen Veränderungen kommt. Wissenschaftlich konnte dies durch Melzack und Wall (1989) und Latey (1983) nachgewiesen werden.

Melzack / Wall: physischer Stressfaktor, z.B. eine einzelne Verletzung oder wiederholte statische Belastung
Latey: psychischer Stressfaktor, z.B. ständig unterdrückter Ärger oder Ängste

In vielen Fällen handelt es sich um Kombinationen aus beidem, wodurch die muskuloskelettalen und neuralen Strukturen überlastet werden. Als Folge kann es zu Entzündungen, Schmerzen, Arthrose, allgemeinem Unwohlsein und / oder Müdigkeit kommen. Durch gezielte myofasziale Triggerpunkttherapie ist meist Heilung oder Linderung möglich.

Nach den führenden Schmerzforschern Melzack und Wall (1989) sind myofasziale Triggerpunkte eine der Hauptursachen für anhaltende Schmerzen und Dysfunktionen und Teil aller chronischen Schmerzzustände.

Dr. Janet G. Travell und Prof. David G. Simons beschreiben den myofaszialen Triggerpunkt als eine übererregbare Stelle innerhalb eines verspannten Muskelbündels in einem Skelettmuskel oder in der Faszie des Muskels. Dieser ist druckschmerzhaft und kann charakteristische Übertragungsschmerzen, Empfindlichkeiten und autonome Phänomene hervorrufen. Travell (Travell & Simons 1983 / 92) bestätigte durch ihre Arbeiten folgende Punkte als auslösende und unterhaltende Faktoren:

  • Nährstoffmangel, v. a. Mangel an Vitamin B und C sowie Eisen
  • Hormonelles Ungleichgewicht (geringe Ausschüttung des Schilddrüsenhormons, Menopause, prämenstruelles Syndrom)
  • Infektionen (Bakterien, Viren oder Hefepilze)
  • Allergien (v.a. gegen Weizen und Milchprodukte)
  • Schlechte Sauerstoffversorgung der Gewebe (verstärkt durch Spannungen, Stress, mangelnde Bewegung, schlechte Atmung und viszerale Erkrankungen)

Die Untersuchung und Heilung von Patienten erfordert gezieltes Wissen und entsprechende Therapie. Zum schnellen und gezielten Auffinden von Triggerpunkten nutzt die ITA (Internationale Triggerpunkt- akademie) nach der Anamnese, charakteristische Schmerzmuster, Dehn- und Krafttests für die betroffene Region und die gezielte Palpation (Triggerpunktlokalisation) als Befundkriterien.

Hierfür erarbeitete die ITA spezielle Befundblätter für geschulte Triggerpunkttherapeuten und Ärzte. Gute interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht außergewöhnliche Heilungen. Weitere Informationen finden Sie in unsererenÄrzteinformationen.

 
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